Profitipp: Studiofotografie

Porträtfotografie

Die Persönlichkeit eines Menschens hervorheben, Gefühle zum Ausdruck bringen oder einen besonderen Moment festhalten – das alles steckt in der Portraitfotografie.

Um sich ganz auf die Person und die Gestaltung des Bildes konzentrieren zu können, ist es wichtig die Technik zu beherrschen und ein paar Grundlagen zu berücksichtigen.

Hier ein paar Tipps , wie Sie Jeden in einem guten Licht erstrahlen lassen:

Tipp 1: Perspektive

Die richtige Position der Kamera und der Abstand sind für den Bildeindruck sehr wichtig.

Normalperspektive:
Um das Modell möglichst vorteilhaft abzubilden und natürliche Proportionen zu erhalten, fotografiert man Menschen am besten auf Augenhöhe.

Vor allem, wenn man Kinder fotografiert sollte man diese Regel beherzigen, damit im Bild nicht der Eindruck entsteht man würde von oben herab schauen. Dann wirken die Kinder noch kleiner.

Vogelperspektive:
Fotografieren Sie aus der Vogelperspektive, also von einem erhöhten Standpunkt, so erscheinen Personen viel kleiner als sie sind. Die daraus entstehende Bildwirkung bringt man mit Eigenschaften wie schwach, ängstlich oder verletzlich in Verbindung.

Froschperspektive:
Umgekehrt, wenn Sie einen sehr niedrigen Kamerastandpunkt also die Froschperspektiv wählen, erscheinen Person viel größer als sie sind. Man kann der Person einen Eindruck von Stärke oder Macht verleihen oder es kann auch herablassend wirken.

Mit diesem Wissen kann man durch die richtige Wahl der Perspektive die Bildwirkung beeinflussen.

Auch der richtige Abstand ist beim Fotografieren sehr wichtig.
Je näher man der Person kommt, desto stärker verzerren sich die Proportionen, da Bereiche nahe der Kamera größer erscheinen und entfernte Bereiche in den Hintergrund treten.

Die Nase im Vordergrund wirkt dann beispielsweise sehr groß, während die Ohren sehr klein aussehen und das ist nicht sehr schmeichelhaft.

Um den passenden Abstand zu halten, ist es auch wichtig die richtige Brennweite zu wählen. Optimal ist die Normalbrennweite mit 50mm oder ein leichtes Teleobjektiv mit 85mm Brennweite. Da der Bildausschnitt bei längerer Brennweite viel kleiner ist, kommt man gar nicht in die Versuchung, der Person zu nahe zu kommen.

Tipp 2: Das richtige Licht

Das wichtigste beim Fotografieren ist wohl, die Person ins richtige Licht zu rücken. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen hartem und weichem Licht.

Hartes Licht entsteht durch eine Punktlichtquelle, wie beispielsweise die Sonne oder ein Studioblitz mit Standardreflektor. Es entstehen sehr deutliche, scharf begrenzte Schatten.

Weiches Licht entsteht durch eine Lichtquelle mit großer Oberfläche. In der Natur zum Beispiel durch einen wolkenbedeckten Himmel und im Studio durch eine Softbox. Auch bei weicher Beleuchtung entstehen Schatten. Diese sind allerdings nicht hart begrenzt, sondern laufen weich und diffus aus.

Besonders schmeichelhaft für ein Portrait ist ein weiches Licht. Durch seinen geringen Schattenwurf mindert es Fältchen und Unebenheiten der Haut. Vorzugsweise verwendet man hierzu Durchlichtschirme oder Softboxen.

Eine harte Beleuchtung wirkt sehr dramatisch und betont Körperformen und Strukturen.

High Key
High Key Fotografie ist ein Stil der Fotografie mit vorherrschend hellen Tönen. Das Modell trägt dafür helle Kleidung und wird vor einem weißen Hintergrund fotografiert. Meist werden Personen mit blonden Haaren bevorzugt.

Es wird mit einer weichen Beleuchtung gearbeitet und 1 bis 2 Blenden überbelichtet. Auch der Hintergrund sollte entsprechend hell ausgeleuchtet werden.

Low Key
Der Gegensatz zum High Key ist das Low Key. Hier wird mit starken Kontrasten gearbeitet und es herrschen dunkle Töne im Bild vor. Man verwendet hauptsächlich hartes Licht mit starker Schattenbildung, so werden einzelne Bereiche auch ganz im Dunkeln gelassen.

Diese Beleuchtungstechnik wird gern in der Aktfotografie eingesetzt, um Körperformen zu betonen und Bereiche, die nicht zu sehen sein sollen versteckt zu halten.

Die Beleuchtung ist in der Fotografie ein wichtiges Gestaltungsmittel. Für die Anzahl und Positionierung der Lampen gibt es keine festen Vorgaben. 

Die klassiche Ausleuchtung besteht aus einem Hauptlicht und einem Aufhellicht mit Softboxen. Wichtig ist dabei auf einen Lichtreflex in den Augen zu achten, damit die Person lebendig wirkt. Besonders natürlich wirkt ein runder Augenreflex, den man bei der Verwendung von Octagon Softboxen erhält.

Von hinten wird ein Studioblitz mit Spotvorsatz als Haarlicht eingesetzt. Dies sorgt besonders bei dunklem Hintergrund dafür, dass sich die Person gut vom Hintergrund abhebt.

Für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Hintergrunds sorgen ein oder zwei Blitzgeräte mit Hintergrundreflektor.

Außer der klassischen Beleuchtung ist man natürlich ganz frei in der Gestaltung mit Licht.

Tipp 3: Die richtigen Kameraeinstellungen

Damit die Bewegungen des Modells nicht als Bewegungsunschärfe im Bild sichtbar sind, empfiehlt es sich eine recht kurze Belichtungszeit, unter 1/60s zu wählen.

Die Schärfentiefe spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Um den Fokus auf das Modell zu lenken wählt man eine kleine Blende und somit einen geringen Schärfebereich, damit der Hintergrund unscharf wird.

Nehmen Sie sich Zeit für die Aufnahmen und schauen Sie ab und zu hinter Ihrer Kamera hervor. Der Kontakt mit dem Modell ist sehr wichtig, denn oft sind die zu fotografierenden Personen unsicher oder wissen nicht welche Haltung sie einnehmen sollen.

Wenn Sie sich mit der Technik sicher fühlen, merkt das auch Ihr Gegenüber. Dann können Sie sich ganz auf das Modell konzentrieren und es entsteht eine entspannte Situation in der Sie die Stimmung und den Augenblick für das perfekte Bild einfangen können.

Neben all den technischen Voraussetzungen ist vor allem die Arbeit mit dem Modell und Ihre Kreativität der Garant für gute Bilder.